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Menschen

Gesichter der Energiewende

Kachel Menschen

Die Stärke der Thüga und ihrer Partnerunternehmen liegt in ihren Mitarbeitenden. Sechs Porträts von Menschen, die täglich dafür sorgen, dass die Energieversorgung verlässlich funktioniert und Transformation akzeptiert wird.

Transformation als Herzensangelegenheit

René Schoof sorgt als technischer Geschäftsführer mit Einsatz, Vision, Pragmatismus dafür, das regionale Verteilnetz sicher und zuverlässig zu betreiben. Unterstützt wird er von 120 engagierten Mitarbeitenden. Kernaufgabe und „Herzensangelegenheit“ ist die Umstellung der Gasinfrastruktur. Leidenschaft für Energieversorgung wurde ihm in die Wiege gelegt. Aufgewachsen ist er „im Schatten des Chemiewerks Leuna“, wo sein Vater in der Energieversorgung arbeitete. Nach dem Studium der Versorgungstechnik kam er zu E.ON und Uniper in die Erdgasspeicherentwicklung und erhielt 2012 die Aufgabe, die erste und größte Power-to-Gas-Anlage in Falkenhagen zu leiten. Seit 2023 trägt Schoof in führender Funktion dazu bei, schwaben netz gmbh für eine grüne Zukunft und das Gasnetz für Wasserstoff und Biomethan fit zu machen. Er lebt den Transformationsgedanken. Das spürt man, wenn er über seine Tochter redet, der er eine lebenswerte Erde hinterlassen will. Wenn er die Energiekrise als Katalysator bezeichnet, der notwendige Veränderungen beschleunigt. Und wenn er sagt, dass Transformation auch Veränderungen der Unternehmenskultur mit einschließt. Was er den politischen Streitereien um die Energiewende entgegnen will? „Glaubt uns, dass wir Teil der Lösung sein können und wollen!“

René Schoof
„Glaubt uns, dass wir in der Energiewende Teil der Lösung sein können und wollen.“
René Schoof, technischer Geschäftsführer, energie schwaben

Kommunikation, um Gutes zu erreichen

Am Samstagmorgen ist in Chemnitz ein Wasserrohr gebrochen. Für die Netzleitstelle Routine – aber die Presse wittert mehr. Ihre erste Anlaufstelle ist Astrid von Watzdorf, die bei Bedarf auch am Wochenende am Handy Auskunft gibt. Presseanfragen sind nur ein Teil ihrer Verantwortung. Als Leiterin der internen und externen Unternehmenskommunikation von eins energie in Sachsen sorgt sie mit ihrem Team auch dafür, dass 1.400 Mitarbeitende über aktuelle Unternehmensentwicklungen informiert sind, kommuniziert Energiethemen in Kommunen in Südsachsen, diskutiert mit For-Future-Gruppen über den umweltgerechten Aufbau eines Abfallheizkraftwerks, organisiert Bürgerinformationsevents, führt Gespräche mit Stakeholdern. Und: eins energie sponsert rund 300 Vereine in der Region – die Kommunikation dazu managt sie ebenfalls. Wie sie das alles bewältigt? Von Watzdorf: „Mit viel Engagement und einem großartigen Team.“ Sie habe Marketing und Personalwesen studiert, weil sie so gerne mit Menschen arbeite. Der sächsischen Energieversorgung ist sie seit fast 30 Jahren treu und hat viele Veränderung erlebt. Trotz neuer digitaler Kanäle bevorzugt sie persönliche Gespräche. Ihre Botschaft: „Bringt euch ein. Dann besprechen wir, was wir gemeinsam Gutes erreichen können!“

Astrid von Watzdorf
„Kommunikation trägt zur Akzeptanz der Energiewende bei.“
Astrid von Watzdorf, Leiterin Unternehmenskommunikation, eins energie in Sachsen

Umweltschutz mit Rückenwind

Kaum ein Bauwerk steht so sinnbildlich für die Energiewende wie die Windkraftanlage. Und nur wenige sind so vertraut mit ihr wie Elena Schulz. Seit Juli 2023 bringt sie ihre Expertise bei Mainova ein und teilt sich mit zwei Kolleginnen die technische Verantwortung für 40 Windkraftanlagen. „Die Windkraft hat mich einfach mitgenommen“, lacht sie. Während ihres Umweltschutz-Studiums machte sie ein Praxissemester in der Windbranche – und entdeckte ihre Passion. Heute hat sie alles im Blick, damit Windräder so sicher und produktiv wie möglich laufen. Von ihrem Monitoringsystem aus überwacht sie die Anlagen, koordiniert die Dienstleister, sichtet Gutachten und analysiert die Performance der Energieerzeugung. Näher an den Erneuerbaren geht es kaum, zumal Mainova für die ersten drei Windparks selbst die technische Betriebsführung übernommen hat. Natürlich steigt sie auch zur Inspektion in luftige Höhen. „Jedes Mal, wenn es auf ein Windrad geht, schlägt mein Herz schneller. Es ist eine absolut spannende Mischung aus Technik, Verantwortung und Arbeiten in der Höhe.“ Was sie sich noch wünscht? Dass mehr Frauen motiviert werden, in technische Berufe zu gehen. Ihr Appell: „Habt keine Scheu, Familie und Job zu vereinen! Ich habe selbst zwei Kinder.“

Elena Schulz
„Wenn es auf ein Windrad geht, schlägt mein Herz schneller. Das ist eine absolut spannende Mischung.“
Elena Schulz, technische Betriebsführung, Mainova

E-Mobilität einheitlich gedacht ausbauen

Wer im Raum Würzburg eine Ladestation anfährt, kann fast sicher sein, dass André Nun diese mit aufgebaut hat. Als Gruppenleiter Elektromobilität bei den Stadtwerken Würzburg deckt sein Aufgabenfeld die ganze Prozesskette der regionalen Ladeinfrastruktur ab: Er besichtigt potenzielle Standorte, spricht mit Flächenbesitzern und entscheidet, wie der Ladepunkt umgesetzt wird – etwa als DC-Schnellladesäule oder AC-Normalladestation. Anschließend sorgen er und sein Team für die technische Planung, installieren die Anlage und nehmen sie schließlich in Betrieb. Auch danach behält er alles im Blick, veranlasst regelmäßige Wartungen und managt den Störungsdienst. „In meinem bisherigen Berufsleben ist die Zeit noch nie so schnell verflogen wie in den letzten Jahren, weil das Geschäftsfeld so viel Spaß macht“, sagt André Nun. Das gilt besonders für die Umsetzung von Großprojekten wie den Bau eines Schnellladeparks mit Ladeleistungen bis 400 kW oder die Umsetzung von 20 neuen Normalladepunkten in der Marktgarage unter dem Würzburger Rathaus. „Da ist man dann schon stolz, wenn alles fertig ist, und man sieht, wie viele Leute dort laden und wie zufrieden sie sind.“ Sein Wunsch für die Zukunft der E-Mobilität ist es, dass ihr Ausbau „besser verzahnt und einheitlicher gedacht wird.“ Und natürlich, dass die Stadtwerke Würzburg der stärkste Anbieter für E-Mobilität im Umkreis bleiben. Schon jetzt halten sie insgesamt 405 Ladepunkte bereit, 118 Standorte befinden sich in und um Würzburg.

André Nun
„Man ist stolz, wenn alles fertig ist und man sieht, wie Leute ihre Autos laden. Dieses Geschäftsfeld macht mir viel Spaß.“
André Nun, Gruppenleiter Elektromobilität, Stadtwerke Würzburg

Entwicklung dezentraler Energiesysteme

Als Kompetenzfeldleiter Dezentrale Erzeugung sorgt Marten Käding bei den Stadtwerken Rostock dafür, dass die wärme- und stromerzeugenden Anlagen in den Wohngebieten um die Hansestadt sicher und zuverlässig laufen. Mit technischer und kommunikativer Expertise organisiert er Wartungen, veranlasst Prüfungen und behebt Störungen. Fällt etwa die Pumpe einer Kesselanlage aus oder zeigt eine Prüfung Verschleiß an einem Motor an, weiß er, was zu tun ist, und sorgt dafür, dass die richtigen Fachleute an der richtigen Stelle sind. In Marten Kädings Position kommt es auf strategisches Denken, schnelle Auffassungsgabe, energietechnische Expertise und vor allem Teamwork an. Nur so lässt sich Tag und Nacht sicherstellen, dass Kundinnen und Kunden nicht plötzlich wegen eines Defekts frieren oder die Dusche kalt bleiben muss. Die kleinen und großen Probleme, die tagtäglich anfallen, geht der gebürtige Rostocker mit einem lösungsorientierten Pragmatismus an, der dank langjähriger Erfahrung in technischen Leitungsfunktionen gewachsen ist. Marten Käding fühlt sich in seiner aktuellen Position „sauwohl.“ Nicht nur, weil er hier seine lebenslange Begeisterung für Technik entfalten kann, sondern vor allem wegen der Menschen an seiner Seite: „Es ist Wahnsinn, mit wie viel Erfahrung, Qualifikation und Tatkraft mein Team an die Sache geht! Dazu ist es klasse, als Teil des übergeordneten Kompetenzteams Energiesysteme aktiv Entwicklungen mitgestalten und beeinflussen zu können.“

„Es ist klasse, Entwicklungen aktiv mitgestalten und beeinflussen zu können.“
Marten Käding, Kompetenzfeldleiter Dezentrale Erzeugung, Stadtwerke Rostock
Energieanlage Rostock

Sichere Systemführung für Stromnetze

Als Gruppenleiter Netzführung bei der WEMAG Netz verantwortet Jörg Dvorak einen breiten Aufgabenbereich. Zentral ist dabei die sichere Systemführung der 110-kV- und 20-kV-Stromnetze, die sich auf 8.000 Kilometern über Mecklenburg-Vorpommern und benachbarte Bundesländer erstrecken. „Unsere Aufgabe ist es, dass das Netz so sicher fährt wie ein Schiff im Wasser“, erklärt er. Doch damit nicht genug: Er koordiniert den Netzausbau, managt Störungen und leitet Redispatch-Maßnahmen ein, also die kurzfristige Anpassung der Leistungen von Anlagen, um Überlastungen zu vermeiden. Was heute als Fachexpertise, Management-Skills und Teamgeist bezeichnet wird, hat sich Jörg Dvorak in 35 Jahren Energiebranchen-Erfahrung erarbeitet. In seiner jetzigen Leitungsposition muss er nicht nur „Spezialist für alles“ sein, sondern auch fachübergreifend und vernetzt denken. Das legt er auch dem Nachwuchs wie seinen Systemoperatorinnen und -operatoren in der Ausbildung nahe. „Nur, wenn wir über unseren Tellerrand hinausschauen, können wir Ideen und Lösungen entwickeln, um die Energiewende besser zu gestalten.“ Dass Vernetzung für Jörg Dvorak nicht an regionalen Stromverteilgrenzen endet, beweist seine Mitarbeit beim Leuchtturmprojekt „Kooperation Leitsystem“. Hier planen die Thüga-Partner WEMAG Netz, Harz Energie Netz und Osthessen-Netz ein gemeinsames Netzleitsystem. Seine Botschaft: „Die Branche muss zusammenwachsen. Dafür braucht es Mut zur Zusammenarbeit!“

Jörg Dvorak
„Unsere Aufgabe ist es, dass das Netz so sicher fährt wie ein Schiff im Wasser.“
Jörg Dvorak, Gruppenleiter Netztechnik, WEMAG

Gemeinsam in die Zukunft